LV Nordrhein-Westfalen Nachrichten

Fachtagung und Landesversammlung in Dortmund

 

Über 140 Teilnehmer aus Schule, Praxis und Hochschule konnte Thomas Kutschke, Landesvorsitzender des BLGS NRW, zur traditionell im Herbst stattfindenden Fachtagung und Landesversammlung des LV NRW am 14.11.2019 begrüßen – und das, obwohl das Thema der Fachtagung nicht, wie es im Jahr vor der Reform zu erwarten gewesen wäre, die Umsetzung des PflBG war. „Wir haben uns ganz bewusst entschieden, das PflBG nicht zum Thema zu machen“ sagte Thomas Kutschke in seiner Begrüßung.
Einen großen Stellenwert nahm neben den Vorträgen und der Diskussion im Plenum der informelle Austausch ein. „Es braucht noch viel mehr Zeit“ fasste eine Teilnehmerin den Tag zusammen und bestätigte das Konzept der Fachtagung mit einem klaren „Weiter so!“

 

Digitalisierung in der beruflichen Bildung – mehr als eine Methodenfrage
Im ersten Impulsvortrag setzte sich Dr. Joanna Burchert (Bildungsforscherin bei der DEKRA SE) mit der Schnittstelle zwischen beruflicher Bildung und Digitalisierung auseinander – und bestätigte zunächst, dass bisher durch die Digitalisierung alleine keine signifikante Steigerung der Lernleistung nachgewiesen werden konnte.
Berufliche Bildung tue gut daran, so Dr. Burchert, das „große Ganze“ in den Blick zu nehmen. Und das bedeute eben, den Blick nicht nur auf die Lernenden, sondern ebenso auf die Lehrenden und die Lernumgebung zu richten. Die Digitalisierung schaffe dann durch die Vernetzung über den eigenen Betrieb hinaus den Blick über den Tellerrand. Hierfür sei es notwendig, die Kompetenzen der Lernenden anders einzusetzen. Digitale Medien sollen von den Lernenden eigenverantwortlich, selbstbestimmt und reflektiert eingesetzt werden können. Im Mittelpunkt des Handelns und der Nutzung digitaler Medien stehen die sogenannten 4 K des 21. Jahrhunderts: Kreativität, Kritisches Denken, Kommunikation und Kollaboration – diese gelte es im Sinne einer umfassenden Medienkompetenz zu betrachten und zu fördern.

 

Wege zur Umsetzung – aber nicht best practice
Im zweiten Vortrag zeigten Andreas Winter und Eva Ortmann-Welp von der ZAB Gütersloh Wege der Digitalisierung in einer Bildungseinrichtung im Gesundheitswesen auf. Deutlich wurde dabei, dass bereits heute viele Aspekte von Digitalisierung in den Schulen des Gesundheitswesens Einzug gehalten haben. Ebenso deutlich wurde jedoch, dass die Infrastruktur der Schule eine wichtige Rolle spielt – und dass hier sehr häufig noch „Luft nach oben“ zu verzeichnen sei.
Eine Blitzumfrage bei den Anwesenden bestätigte beide Thesen: so bestätigte sich, dass in allen Schulen Teilaspekte der Digitalisierung bereits umgesetzt werden, gleichzeitig strapazierte die zeitgleiche intensive Nutzung das Netzwerk des Veranstaltungsortes deutlich.

In der anschließenden Diskussion zeigte sich das rege Interesse der Mitglieder durch kritische Nachfragen, neue Ideen und den immer wieder auftauchenden Verweis auf den Digitalpakt Schule.

 

Nachwuchspreisträgerinnen ausgezeichnet
Lena Düsing und Lena Spiekermann sind die Preisträgerinnen des Nachwuchspreises des BLGS NRW im Jahr 2019. Zum Bericht
Auch im Jahr 2020 wird der Nachwuchspreis vom BLGS NRW verliehen. Die Ausschreibung kann auf der Homepage abgerufen werden.

 

Berufspolitischer Diskurs mit dem MAGS
Aus dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales war Gerhard Herrmann, Leiter der Abteilung VI: Pflege, Alter und demographische Entwicklung, nach Dortmund gekommen. Launig konstatierte er zu Beginn seines Berichtes, dass „die Spaßveranstaltung nun zu Ende sei“, denn ihm sei klar, dass die berufspolitischen Interessen der Mitglieder des BLGS nicht immer mit den politischen Entscheidungen des MAGS kompatibel seien. Daher stellte er zunächst das Dilemma der Landesregierung vor: Die Struktur- und Fachkräfteentwicklung ist dem (prognostizierten) Zuwachs an pflegebedürftigen Menschen in NRW nicht nachgekommen.
Die Initiativen des MAGS richten sich daher daran aus, diese Engpässe zu beseitigen und gleichzeitig die Pflegeempfänger nicht über Gebühr zu belasten.
Positiv wurde von den Anwesenden die Entwicklung der Pflegekammer in NRW aufgenommen: zuletzt wurde der pflegefachliche Beirat gegründet, der die Aufgabe hat, die Umsetzung der Pflegekammer vorzubereiten. Die Gesetzgebung befindet sich im parlamentarischen Verfahren und soll im ersten Quartal 2020 abgeschlossen sein.
Kritische Rückfragen aus dem Publikum gab es zu den Miet- und Investitionskosten der Pflegeschulen, für die es vom Land aus Sicht der Anwesenden keine zufriedenstellende und für die Schulen zukunftssichernde Lösung gibt. Auch die Verordnung zur Ausbildung in der Pflegefachassistenz, die die bisherigen Ausbildungen der Altenpflegehilfe und der Gesundheits- und Krankenpflegeassistenz im Jahr 2020 ablösen soll, führte zu Diskussionen.
Gerhard Herrman warb um Verständnis, dass auch das MAGS die anstehenden Aufgaben nur nach und nach bearbeiten kann – und stellte gleichzeitig weitere Unterstützung durch Verordnungen des Ministeriums, z.B. zur Regelung der Praxisanleitung, in Aussicht.

 

Erfolgreiche Arbeit des BLGS NRW – dank vieler engagierter Mitglieder
In der Landesversammlung verdeutlichte Thomas Kutschke, dass die erfolgreiche Arbeit des BLGS NRW nur durch die engagierte Arbeit in zahlreichen Gremien, vor allem aber durch das Engagement der Mitglieder möglich wird. Die steigenden Mitgliederzahlen sowie die steigende Wahrnehmung des BLGS NRW als Ansprechpartner für Politik, Berufspolitik und Schulen sind eindeutige Signale, dass sich die Arbeit auszahlt. Ausdrücklich bedankte sich Thomas Kutschke für das Engagement der Schulen, die zahlreich die Landtagsabgeordneten kontaktiert und das Absenken des Lehrer-Schüler-Schlüssels kritisch hinterfragt hatten. Hier sei der politische Einfluss deutlich geworden. Gleichwohl lobte er die konstruktive Zusammenarbeit mit dem MAGS, die trotz inhaltlich unterschiedlicher Positionen durch gegenseitige Wertschätzung geprägt sei.

 

Neues Mitglied im Landesvorstand
Dr. Andreas Bock wurde in der Landesversammlung mit eindeutiger Zustimmung der Mitglieder in den Landesvorstand des BLGS NRW berufen. Er folgt auf Heinz Lönneßen, der seine Tätigkeit im Landesvorstand aus privaten Gründen aufgegeben hatte. In den Regionalkonferenzen übernimmt Susanne Leng die Sprecherfunktion für den RB Düsseldorf, Carsten Matar für den RB Köln und Dennis Martach für den RB Münster. Der Landesvorstand freut sich auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit.

 

 

Finanzierung der Pflegeausbildung steht

Pauschalbeträge sind vereinbart

In Nordrhein-Westfalen steht die Finanzierung der generalistischen Pflegeausbildung ab 2020: Das MAGS hat mit den Trägern der Schulen, den Landesverbänden der Kranken- und Pflegekassen, der Krankenhausgesellschaft, den Trägern der ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen sowie den privaten Krankenversicherern eine Einigung zur Finanzierung der Ausbildungskosten vereinbart.

Damit steht die neue Pflegeausbildung auf einer soliden finanziellen Basis, die für Planungssicherheit bei den Pflegeschulen und Trägern der praktischen Ausbildung sorgen soll. Die jetzt vereinbarten Pauschalen sind die Basis des Ausbildungsbudgets, das Schulen und Träger zukünftig aus dem Ausbildungsfonds erhalten. Fondsverwaltende Stelle ist die Bezirksregierung Münster.

Für das Jahr 2020 sind pro Schüler und Jahr 7.350 € für die Pflegeschulen und 8.000 € für die Träger der praktischen Ausbildung vereinbart. In 2021 steigen die Pauschalen auf 7.563 € bzw. 8.232 €.

Im Landeshaushalt sind zudem Mittel eingestellt, die die bisher nicht geregelten Miet- und Investitionskosten der Schulen, die nicht in Trägerschaft eines Krankenhauses sind, zumindest teilweise auffangen sollen. Höhe und Verteilungsschlüssel sind noch nicht bekannt.

 

Förderrichtlinie für Fachseminare

MAGS regelt Förderung der Altenpflegehilfe und Familienpflege neu

Gute Nachrichten für die Fachseminare für Alten- und Familienpflege: das MAGS NRW hat die finanzielle Förderung der Schulen für die Ausbildung in der Altenpflegehilfe und Familienpflege an den Fördersatz in der Altenpflegeausbildung angepasst. Die Förderrichtlinie tritt mit Wirkung vom 01. Januar 2019 in Kraft.

 

Durchführungsverordnung Pflegeberufegesetz

DVO-PflBG NRW veröffentlicht:

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW hat am 01.10.2019 die Verordnung zur Durchführung des Pflegeberufegesetzes in Nordrhein-Westfalen veröffentlicht. Damit liegt nun neben den Regelungen des Bundes auch die landesrechtliche Regelung für die Umsetzung des PflBG vor. 

 

DigitalPakt Schule

Richtlinie DigitalPakt Nordrhein-Westfalen veröffentlicht:

Am 11.09.2019 wurde die Richtlinie über die Gewährung zur Förderung der Digitalisierung der Schulen in NRW veröffentlicht. Hier werden die Schulen des Gesundheitswesens, namentlich die Pflegeschulen, ausdrücklich einbezogen.

Die Mittel werden als Schulträgerbudget sowohl in der Höhe als auch in Bezug auf den Fördergrund der einzelnen Pflegeschule zugewiesen. Förderfähig sind maximal 90% der zuwendungsfähigen Ausgaben, damit bleibt ein Eigenanteil von 10% übrig, der vom Träger übernommen werden muss. 

Von Seiten der Geschäftsstelle Gigabit NRW ist eine Informationsveranstaltung zur Umsetzung der Förderrichtlinie im November geplant.

 

Neues aus dem Landesvorstand

Heinz Lönneßen gibt Rücktritt aus Landesvorstand bekannt

Mit großem Bedauern hat der Landesvorsitzende Thomas Kutschke auf den Rücktritt von Heinz Lönneßen aus dem Landesvorstand des BLGS NRW reagiert: "Mit dem Rücktritt verlieren wir einen engagieren und sympathischen Kollegen und darüber hinaus einen versierten Texter. Heinz Lönneßen hat nicht nur einfach Protokolle geschrieben, auch die meisten Schreiben, Stellungsnahmen und Veröffentlichungen stammen aus seiner Feder. Menschlich wie auch fachlich bedauern wir seine Entscheidung, können sie aber bei der Vielzahl von Belastungen, die die Arbeit aller Schulleitungen prägen, verstehen. Wir wünschen ihm persönlich alles Gute und viel Erfolg in seinem Bildungszentrum."

Dr. Andreas Bock ist seit der letzten Vorstandswahl erster Nachrücker und hat bereits bestätigt, dass er die Nachfolge von Heinz Lönneßen im Landesvorstand antreten wird. Der Landesvorstand freut sich auf die Zusammenarbeit und sichert Dr. Bock die volle Unterstützung beim Einstieg in das neue Amt zu. Bei der nächsten Landesversammlung am 14.11.2019 wird sich Dr. Andreas Bock den Mitgliedern vorstellen.

Weitere Themen der Sitzung des Landesvorstands am 26.08.2019 im Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe Südwestfalen GmbH in Siegen waren die Fachtagung und Landesversammlung des BLGS NRW, der Austausch über Aktuelles aus den Regional- und Sektionskonferenzen, die Entwicklung der Pflegekammer NRW sowie Aktuelles aus dem Begleitgremium zur Umsetzung der Pflegeberufereform im MAGS:

Fachtagung und Landesversammlung des BLGS NRW am 14.11.2019:
Es wirkt fast wie abgesprochen: kurz vor der Fachtagung des BLGS NRW, die sich in diesem Jahr thematisch mit der Digitalisierung in der Pflegebildung beschäftigt, hat das Schulministerium NRW die Förderrichtlinie sowie die Förderbeiträge für die Ausbildungsstätten aus dem Digitalpakt zwischen Bund und Ländern veröffentlicht. Somit kann das Thema aktueller nicht sein!
Dr. Joana Burchert verdeutlicht in ihrem Beitrag, dass die Digitalisierung nicht allein eine Methodenfrage für die Bildungseinrichtungen ist und Andreas Winter wird in seinem Vortrag Wege der Digitalisierung in Bildungseinrichtungen des Gesundheitswesens vorstellen.

Aktuelles aus den Regional- und Sektionskonferenzen:
Die Regionalkonferenzen beschäftigen sich alle intensiv mit der Umsetzung des PflBG. Hierzu entwickeln sich z.T. enge Kontakte und Verbünde, die sich mit den zentralen Fragen der Umsetzung in einer Region beschäftigen, um gemeinsame und tragfähige Lösungen zu finden. Wir freuen uns sehr, dass mittlerweile in allen Regierungsbezirken Praxisanleiterkonferenzen gegründet sind, die rege Beteiligung zeigt einmal mehr, wie groß der Bedarf der Kolleginnen und Kollegen ist, dem wir mit unserem Angebot gerne entsprechen. Die Sektion OTA-ATA blickt ebenfalls einer neuen Gesetzgebung entgegen: erstmals sollen die ATA- und OTA-Ausbildungen bundesweit gesetzlich geregelt werden, der entsprechende Gesetzentwurf muss noch vom Bundesrat verabschiedet werden.

Pflegekammer:
Ziel des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW ist, das Kammergesetz noch in diesem Jahr zu verabschieden, so dass 2020 der Errichtungsausschuss berufen und die Vorbereitungen zur Gründung der Pflegekammer beginnen können. Das ehrgeizige Ziel von Minister Laumann: die Kammer soll 2021 an den Start gehen! Der BLGS NRW beteiligt sich aktiv und will u.a. die Belange der Lehrenden und Auszubildenden im Errichtungssausschuss vertreten.

Begleitgremium zur Umsetzung des PflBG:
Im Begleitgremium wird derzeit die Neugestaltung der Ausbildung zur Pflegefachassistenz beraten, die die bisherigen Helferqualifikationen (Altenpflegehilfe und Gesundheits- und Krankenpflegeassistenz) ablösen soll. Das Land hat erste Ideen für eine Gesetzgebung vorgelegt, die nun beraten und diskutiert werden.

Die nächste Sitzung des Landesvorstandes findet am 11.12.2019 in der St. Elisabeth Akademie in Neuss statt.

 

Pflegekammer

Kammergesetz geht in Verbändeanhörung

Nach der großen Zustimmung bei einer Befragung zur Einrichtung einer Pflegekammer in Nordrhein-Westfalen versprach der zuständige Landesmminister Karl-Josef Laumann bis zur Sommerpause ein Kammergesetz vorzulegen. Das Versprechen wurde gehalten. Ein Gesetzentwurf geht nun in den Prozess der Verbändeanhörung. Der BLGS wird sich über den Pflegerat NRW in die Beratungen einbringen.

Laumann begründet in einer Pressemitteilung die Notwendigkeit einer Pflegekammer erneut: "Wenn über Pflege gesprochen und entschieden wird, sitzen viele Berufsgruppen mit am Tisch – die Pflege selbst oft aber nicht. Mit der Pflegekammer soll sich das ändern." Mit einer Pflegekammer würden sich die Kräfteverhältnisse im Gesundheitswesen dauerhaft verschieben.

Auch einen Zeitplan legte das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales vor: Die Kammerversammlung solle zum Ende des Jahres 2021 erstmals zusammentreten. "Dann soll die Pflegekammer zum Beispiel eigene Qualitätsrichtlinien erlassen sowie Standards für die Berufsausübung festlegen. Ab dem Jahr 2023 soll die Pflegekammer schließlich selbstständig das Fort- und Weiterbildungs-wesen der Pflegefachpersonen regeln". 5 Millionen Euro stellt das Land als Anschubfinanzierung zur Verfügung.

 

DVO

Ausschuss beschäftigt sich mit BLGS-Protest

Der Entwurf einer Durchführungsverordnung zur Umsetzung des Pflegeberufegesetzes hat viele Lehrende in NRW empört. Anlass ist die von der Bundesgesetzgebung abweichende Lehrer-Schüler-Relation von 1:25, die in NRW in den kommenden jahren gelten soll.

Nun befasste sich der Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales mit dem Thema.

Zahlreiche BLGS-Mitglieder hatten sich zuvor schriftlich, telefonisch und teilweise auch persönlich an Abgeordnete des Landtags gewandt um ihren Unmut über die geplante Schlechtstellung der Lehrenden kundzutun. So schreibt beispielsweise Hermann Geusendam-Wode, Schulleiter in Münster, an Abgeordnete seines Wahlkreises, er habe sich auf die Pflegeberufereform gefreut. Der Entwurf der Durchführungsverordnung konterkariere allerdings die Anstrengungen der Pflegeschulen in NRW. „In keinem anderen Bundesland wird ein Schüler-Lehrer-Verhältnis unterhalb der bundesgesetzlichen Norm geplant.“ stellt Geusendam-Wode fest.

In der Argumentation ist er mit dem BLGS einig: Ausbildungsqualität ist nicht zum Nulltarif zu haben und der Pflegeberuf wird in Nordrhein-Westfalen nicht attraktiver, wenn man in den Schulen schlechtere Strukturqualität bietet als in jedem anderen Bundesland.

 

Vor dem Fachausschuss des Landtags wiederholte Minister Karl-Josef Laumann noch einmal seine Argumentation. Es seien zu wenig Lehrende auf dem Arbeitsmarkt. Um nicht Ausbildungskapazitäten abbauen zu müssen werde vorübergehend der Lehrer-Schüler-Schlüssel angepasst. Den Lehrerprotest nehme er sehr ernst und sicherte zu in 2 Jahren auf der Basis der dann vorliegenden neuen Zahlen der Landesberichterstattung die Lehrer-Schüler-Relation erneut beurteilen zu wollen. 

 

Stellungnahme des BLGS NRW zur DVO

Ausschuss beschäftigt sich mit BLGS-Protest

Der Entwurf einer Durchführungsverordnung zur Umsetzung des Pflegeberufegesetzes hat viele Lehrende in NRW empört. Anlass ist die von der Bundesgesetzgebung abweichende Lehrer-Schüler-Relation von 1:25, die in NRW in den kommenden jahren gelten soll.

Nun befasste sich der Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales mit dem Thema.

Zahlreiche BLGS-Mitglieder hatten sich zuvor schriftlich, telefonisch und teilweise auch persönlich an Abgeordnete des Landtags gewandt um ihren Unmut über die geplante Schlechtstellung der Lehrenden kundzutun. So schreibt beispielsweise Hermann Geusendam-Wode, Schulleiter in Münster, an Abgeordnete seines Wahlkreises, er habe sich auf die Pflegeberufereform gefreut. Der Entwurf der Durchführungsverordnung konterkariere allerdings die Anstrengungen der Pflegeschulen in NRW. „In keinem anderen Bundesland wird ein Schüler-Lehrer-Verhältnis unterhalb der bundesgesetzlichen Norm geplant.“ stellt Geusendam-Wode fest.

In der Argumentation ist er mit dem BLGS einig: Ausbildungsqualität ist nicht zum Nulltarif zu haben und der Pflegeberuf wird in Nordrhein-Westfalen nicht attraktiver, wenn man in den Schulen schlechtere Strukturqualität bietet als in jedem anderen Bundesland.

Vor dem Fachausschuss des Landtags wiederholte Minister Karl-Josef Laumann noch einmal seine Argumentation. Es seien zu wenig Lehrende auf dem Arbeitsmarkt. Um nicht Ausbildungskapazitäten abbauen zu müssen werde vorübergehend der Lehrer-Schüler-Schlüssel angepasst. Den Lehrerprotest nehme er sehr ernst und sicherte zu in 2 Jahren auf der Basis der dann vorliegenden neuen Zahlen der Landesberichterstattung die Lehrer-Schüler-Relation erneut beurteilen zu wollen. 

 

Brief der Sektion Notfallsanitäter an Minister Laumann

„Wir bieten uns als Ansprechpartner an“

In einem Brief an den Landesgesundheitsminister stellt sich die BLGS-Sektion „Notfallsanitäter“ als Ansprechpartner vor. Anlass für das Schreiben ist der Erlassentwurf zur Umsetzung des § 6 NotSanG. Hier ist die Qualifikation von Lehrkräften und Schulleitungen in der Ausbildung zum Notfallsanitäter regelt.

Der Erlass des Ministeriums soll nun Übergangsregeln definieren, die auch andere als die Masterqualifikation für Lehrende in Schulen für die Ausbildung zum Notfallsanitäter zulassen. „Die vorgeschlagene Übergangsregelung halten wir für angemessen und unterstützen sie.“ Heißt es in dem Brief an Minister Laumann. Langfristig müsse aber eine Masterqualifikation festgeschrieben werden.

Auch bei der Qualifikation der Schulleitungen empfehle sich eine „Orientierung an den Anforderungen des PflBG“. Hierfür sei ein Ausbau des Hochschulangebotes für rettungsdienstliches Personal wünschenswert.

Jochen Hanisch und Thomas Wejers sind Sprecher der noch jungen Arbeitsgruppe im BLGS. "Wir hoffen mit unserem Schreiben an den Minister noch mehr Kolleginnen und Kollegen davon überzeugen zu können, dass es sinnvoll ist, sich im BLGS zu vernetzen." sagt Jochen Hanisch. Die Unterstützung durch den Landesvorstand sei ein wichtiger Rückhalt für Arbeit der Sektion.